Ein Trumpeltier löst den Herdentrieb aus?

gnusDie letzte Woche war gezeichnet von einem massiven Sell-Off an den deutschen Märkten. Die Initialzündung hierzu dürften wohl die neuesten Umfrageergebnisse hinsichtlich der bevorstehenden US-Wahl gegeben haben. Und da sich offensichtlich Anleger in Good Old Germany deutlich mehr fürchten, als jene am eigentlichen Ort des Geschehens, brach der DAX in dieser Handelswoche mehr als 4% ein, während z.B. der DOW Jones einen überschaubaren Verlust von lediglich 1,5% hinnehmen musste.

Man hatte den Eindruck, dass den Bullen die Gesamtsituation zu kritisch wurde, nachdem bereits die Woche zuvor ein vehementer Abverkauf an der 10.800 Punkte Marke stattfand und bereits da jeglicher Kaufdruck wie eine Seifenblase zerplatzte.

In Kombination mit der neuen Unsicherheit hinsichtlich der US-Wahl, der wirtschaftlichen Auswirkung dieser und negativen charttechnischen Signalen setzte Schritt für Schritt eine sich exponentiell steigende, panische Massenflucht der Käufer ein … die Herde der Bullen floh von der deutschen Börse, regelrecht wie die Gnus auf unserem heutigen Titelbild.

Doch wo geht die Reise nun hin und ist somit eine mögliche Jahresendrallye bereits abgesagt? Welche relevanten Kursmarken man nun beachten sollte und welche Szenarien denn eigentlich möglich sind, werden wir in weiterer Folge beschreiben.

Seit dem 18.06.2016 kann man mein Hybrides antizyklisches DAX-Positionstrading öffentlich verfolgen. Ich möchte diese Transparenz meiner Handlungen nun um regelmäßige Blogs in Form einer Kolumne ergänzen und meine Gedanken, Set Ups und Charts mit Dir teilen. Hier findest Du mein Wikifolio zum Hybriden Positionstrading

Aktueller Stand Underlying

10.218,50 Pkt. [DB]

Wochenrückblick

Bereits letzte Woche beurteilte ich den Mut und die Zielstrebigkeit der Käufer nach dem Rückschlag vom 10.800 Punkte Niveau wie folgt, „… denn so initiert man auf jeden Fall keine Jahresendrallye“. Wie auch bereits eingangs beschrieben, mündete eben genau dieser ausbleibende Kaufdruck in eine Abverkaufs-Kettenreaktion und führte den DAX übertrieben bis auf Niveau von 10.200 Punkten hinunter.

Die entsprechende Abwärtsbewegung erfolgte in mehreren Wellen und bildete einen technisch relativ sauberen Trend mit sequentiell fallenden Hoch- und Tiefpunkten (H1).

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Der Kursverlauf ansich entsprach dem von mir im letzten Artikel beschriebenen Alternativszenario. Das erste Signal für eine Abwärtsbewegung erfolgte am Dienstag, nachdem der DAX die aufwärts gerichteten Trendlinie bei 10.850 Punkten unterschritt. In weiterer Folge wurden das letzte höhere Tiefpunkt und  der EMA 200 beinahe ohne Konsolidierng passiert. In der Handelsschlussphase schien dann der DAX von seinem 10.200 Punkte Level regelrecht angezogen zu werden.

 

Hier findest du meine Kolumne der vorherigen Woche

Mittelfristiger Ausblick

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Wie im Wochenrückblick beschrieben, wurden einige Unterstützungsbereiche mit überraschend hoher Dynamik durchlaufen, seit Freitag Vormittag verlief der Kurs dann jedoch eher in einer Seitwärtsrange. Es könnte sich hierbei bereits um die finale Bodenbildung des Abverkaufes handeln, auf Höhe des tiefsten Tiefpunktes der aktuellen Reaktionsbewegung bei ~10.190 Punkten.

Aktuell befindet sich der Kurs trendmäßig in einem undefinierten Zustand, seit dem Bruch des letzten Tiefpunktes. Man muss somit derzeit von einem Seitwärtstrend ausgehen (gelbes Rechteck in o.a. Abbildung). Falls der DAX nun mit kommenden Wochenbeginn einen Richtungswechsel vollziehen kann, ist davon auszugehen, dass wir zumindest im ersten Schritt die Oberkannte der Seitwärtsrange bis ~10.800 Punkten anlaufen. Sollte ihm das nicht gelingen, dürfte sich eine technisch korrekte neue Abwärtsbewegung ausbilden. Im Zuge dieser gäbe es auch noch weitere Unterstützungsbereiche, die den Kursverlauf bremsen oder aufhalten könnten, die SMA 200 sowie die fallende mittelfristige Trendlinie. In letzter Instanz könnte die Abwärtsbewegung jedoch bis in den Bereich von 9.700 Punkten laufen.

Die bisherige Seitwärtsrange ist für sich genommen technisch nicht besonders „sauber“, zeigt jedoch eine relativ hohe Stabiliät. In Kombination mit einem hohen überverkauften Zustand des Kurses, der Saisonalität und der relativen Position im großen langfristigen Aufwärtstrendkanal, scheint das aktuell wahrscheinlichere Szenario der neuerlicher Kursanstieg in Richtung 10.800 Punkten zu sein.

In dem für das Handelssystem relevanten Zeitrahmen (H1) wurde bereits bei einem DAX-Stand von ~10.470 Punkten ein bevorstehender Positionsaufbau ab einem (Stop-)Limit von max. 10.566 Punkten getriggert. Im Laufe des weiteren Kursverlaufes und der genutzten Stop&Reverse-Signallinie reduzierte sich dieses Niveau auf derzeit 10.287,71 Punkte. Gleichzeitig wurde die Positionsgrößenbestimmung durch das Handelssystem von Stepping auf Dynamic umgeschaltet, bedingt durch die „Geradlinigkeit“ und Range der aktuellen Abwärtsbewegung. Hierdurch erhöhte sich das Volumen der nächsten Teilposition von ursprünglich 9% auf aktuell 25,4%.

Mögliche Teilrealisierungen sind derzeit auf Basis des aktuellen Kursverlaufs nicht unter einem Niveau von ~10.481 Punkten vorgesehen.

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Aktueller Systemstatus

Positionen realisiert / laufend / getriggert: 6 / 4 / +1

Hitrate: 100%

Investitions- / Cashquote: 39,8% / 60,2%

Aktuelle adaptive Vorsignal-Level

Realisierung von Teilpositionen über mindestens 10.481 Punkten

Aufbau weiterer Positionen unter maximal 10.287,71 Punkten

Aktuell getriggertes Handelssignal

Dynamisches Handelssignal: Positionsaufbau @ 10.287,71 Punkte

3 Comments

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