EZB am 10. März 2016 – Was macht Draghi?

Am 10.03.2015 richten sich alle Augen auf die EZB und Mario Draghi. Zuletzt hatte er eine erneute geldpolitische Lockerung angedeutet und den Willen dessen betont: „Unsere Geldpolitik kennt innerhalb unseres Mandats keine technischen Grenzen“.

Doch dabei ist die Geldpolitik in Europa bereits extrem. Nahe Null-Leitzins, 60 Milliarden QE im Monat und negative Einlagezinsen. Was soll da noch kommen?

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Die Inflation ist trotz extremer Zins-Situation und einem laufenden QE-Programm weit unter den Erwartungen und Wünschen. Hierbei geht es nicht nur um die wirtschaftliche Stabilität Europas, sondern auch um den Platz von Mario Draghi in den Geschichtsbüchern. Wird er der Notenbank-Chef, der Europa rettete oder vergeblich versuchte zu retten und scheiterte?

Mit Sorge beobachtet man bei der EZB derzeit den niedrigen Ölpreis. Kurzfristig wirkt sich dieser wie ein kostenloses Konjunkturpaket aus. Langfristig niedrige Ölpreise könnten jedoch zu Preissenkungen, also schwacher Inflation bzw. Deflation, führen. Dies nennt sich Zweitrundeneffekt, welchen ich dir hier nochmals erklärt habe. Europa wird wohl die optimistischen Erwartungen der EZB bezüglich Inflation und Wachstum nicht erreichen. Auch der Euro wird gegenüber dem Dollar wieder stärker, was den Export verteuert und hemmt. Doch was könnte die EZB noch machen, um Einfluss zu nehmen?

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Alexander Krüger, Chefsvolkswirt des Bankhaus Lampe, hält es für wahrscheinlich, dass die monatlichen Wertpapierkäufe des QE-Programmes um 10 Milliarden auf 70 Milliarden Euro im Monat ausgeweitet werden und der Einlagezins nochmals um 10 Basispunkte gesenkt wird. Dennoch denkt er, dass diese weitere geldpolitische Lockerung keine große Wirkung entfalten wird. Neben Kapital ist auch Glaubwürdigkeit ein mächtiges Instrument einer Zentralbank. Sentix meinte in den letzten Sentiment-Umfragen erkennen zu können, dass der Kapitalmarkt kaum bis schwach auf die Aussagen der EZB reagierte. Die Ankündigung einer geldpolitischen Lockerung im März wurde zwar aufgenommen, aber nicht besonders emotional oder euphorisch. Auch Ottmar Lang, Chefsvolkswirt der Targobank, erwartet keine großen Erfolge: „Grundsätzlich wird die Wirkung einer Medizin mit zunehmender Dosis nicht besser.“ Jan Holthusen, DZ Bank, schließt sich dem an und betont, dass der Kampf gegen ökonomische Effekte aus Ölpreisrückgängen mit geldpolitischen Maßnahmen ein Kampf gegen Windmühlen sei – nicht zu gewinnen.

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