Der DAX brennt – das Barometer sieht Short

Was war das denn für eine Woche? Noch letzte Freitag standen wir bei 10.500 Punkten mitten im seit August bestehenden Seitwärtskanal. Nur fünf Tage später steht der DAX über 700 Punkte höher und hat den Kanal und einen Haufen Widerstände einfach überrannt.

Der Lauf nimmt kein Ende. Nun konnte erneut die grobe Richtung der kommenden Woche richtig vorhergesagt/erwartet werden. Es war die sechste zutreffende Analyse in Folge. Wird die siebte Analyse die kommende KW50 ebenfalls treffsicher definieren können?

Erkennen wir hier wieder die Macht der selbsterfüllenden Prophezeiung? Alle warten auf die Jahres-Endrallye. Und weil jeder investiert sein möchte, wenn diese kommt, kaufen alle ein. Weil alle einkaufen steigen die Kurse und das ist dann die prophezeite Jahres-Endrallye. Die selbsterfüllende Prophezieung.

Hier findest du das „Börsen Barometer“-Wikifolio

Auf der anderen Seite wurde auch das italienische Referendum zuvor eingepreist. Diese Einpreisung fiel mit „nur“ halb so stark aus, wie bei der Einpreisung des Trump-Szenarios (-4,0%), aber in diesem Fall bestand keine Unsicherheit. Der Markt konnte das Risiko einschätzen und kalkulieren. Bei der US-Wahl waren wesentlich mehr Emotionen im Spiel. Doch mit dem italienischen Referendum endete der letzte Termin, welcher Unsicherheiten für den Markt bedeutete. Nun konnten die Bullen, welche seit Monaten den Druck auf die 10.800 Punkte aufrecht erhielten, aber sich nie zum Durchbruch durchringen konnten und dennoch nie frustriert aufgaben, befreit aufspielen.

Und der Befreiungsschlag war enorm: wir erlebten nun die beste DAX-Woche des Jahres. Jahreshoch. Weiterhin gleicht das Jahr 2016 dem 2015 sehr. Auch im letzten Jahr erlebten wir ein durchwachsenes Jahr voller Unsicherheiten und konnten dieses am Ende doch noch versöhnlich mit einem um 10% gestiegenen DAX beenden.

  • DAX: +6,9%
  • Dow Jones: +3,1%
  • Nikkei: +3,1%
  • Gold: -1,5%
  • WTI: -0,2%
  • EUR/USD: -0,3%
  • Barometer: +2,8%
 

reich-mit-plan-barometer-dividendenalarmRückblick auf die vergangene Analyse

„Das „wieder hoch“ erwarten wir in der kommenden Woche. Nachdem es nun – wie erwartet – einen dreiwöchigen Kampf von Bulle und Bär gab (runter, hoch, runter) haben die Bären dominiert und auch in Hinsicht auf das italienische Referendum die besseren Argumente gehabt. Zumeist erkennen wir nun in der vierten Folgewoche wieder etwas bessere Kurse.“

Für diese Woche hatte ich ein leichtes Minus oder einen Zugewinn erwartet. Ich hatte mich jedoch DAX Long positioniert, da dies das eindeutige Signal des Barometers war. So konnte ich im Wikifolio dieses Barometers die Depotsumme um 1,1% steigern. Die volle Bewegung des DAX habe ich nicht mitgenommen, da ich vorsichtig investiert war (kleinere Summe) und relativ schnell wieder verkaufte auf Grund der Sorge vor dem nächsten Muster.

Hier findest du die Analyse der letzten Woche

Ausblick auf die kommende Woche

Wir haben nun erneut ein Tripple-Signal für einen deutlich schwächeren DAX in der kommenden Woche vorliegen. Ich werde das Wikifolio auf DAX-Short einstellen.

Wer die Analysen des Barometers regelmäßig verfolgt wird die nun vorliegenden Muster wahrscheinlich alle kennen oder bereits selbst im Chart erkannt haben.

+3%-Umkehr

Der DAX ist um aufgerundet 7,0% gestiegen. Wahnsinn. Bei allen Werten über 3% sprechen wir hierbei von einer +3%-Umkehr. Dieses Muster basiert wahrscheinlich darauf, dass die Bullen in zu kurzer Zeit zu viel investieren und zu sorgenlos ein Feuerwerk abrennen. Das Pulver könnte nun verschossen sein und die Bullen müssen ihre Kanonen nachladen. Das ist der Zeitpunkt bei dem die Bären wieder an Stärke gewinnen und der DAX in seiner Performance deutlich schlechter abschneidet. Wer im Chart schaut, der sieht, wie die Spitzen (bis auf eine Ausnahme) nie verteidigt werden können und so immer Spitzen bleiben und sich nie ein Platteau bildet.

Aus diesem Grund bin ich bereits am Mittwoch aus meinem DAX-Long-Investment raus. Das war zwar, im Nachhinein betrachtet, ein Fehler. Aber ich hatte bereits erkennt, dass der DAX um mehr als 3% gestiegen war und die Wahrscheinlichkeit für ein Erliegen der Investments und ein Erstarken der Bullen stieg.

Das Problem an diesem Muster. Deutlich schwächer könnten in der kommenden Woche auch einen DAX von +3% oder +2% bedeuten. Wir schauen hier nur auf die prozentuale Performance. Nicht den Kurs des DAX.

Bottom-Up-Cut

Ob dieses Muster wirklich vorliegt müsste man nochmals nachrechnen. DAX und Barometer lagen in der Vorwoche gerundet beide bei -1,7%. Hat der DAX nun das Barometer von unten nach oben geschnitten, was einen Bottom-Up-Cut entsprechen würde? Wir wissen es nicht. Hier könnte man raten: Das Muster würde zutreffen, denn es wäre das 3. Short-Signal in dieser Woche. Nur sehr selten widersprechen sich Muster und das eine zeigt Long und das andere Short an. Meisten gibt es eines oder mehr als ein Muster, welche das gleiche signalisieren.

Das 2-Prozent-Muster

Gerade haben wir uns fünf Wochen lang an diesem (wie gesagt) 5-wöchigen Muster abgearbeitet und dieses mit dem „wieder hoch“ in der vierten Folgewoche beendet. Doch prompt beendet das Barometer das 2-Prozent-Muster mit einem Wert von +2,8% und löst somit erneut das 2-Prozent-Muster aus.

Muss ich den Ablauf nun nochmals erklären oder erinnern sich alle? Ein Wert über 2% deutet an, dass es ein „Hin und Her zwischen Bulle und Bär“ geben wird. Wir erwarten nun für die kommenden vier Wochen eine schwächere Rendite der Anleger in der ersten Folgewoche, eine wieder bessere in der zweiten, ein noch schlechtere Rendite als in der ersten Folgewoche dann in der dritten Folgewoche und zuletzt in der vierten Folgewoche einen wieder besseren Wert in den Depots.

Stichwort „eine schwächere Rendite der Anleger in der ersten Folgewoche“: Nächste Woche findet die erste Folgewoche statt. Nun ist auch in diesem Barometer das Signal Short, aber die Rendite könnte dennoch positiv in der kommenden Woche sein. Und das bei einem willensstarken Sentiment mit investment-geilen Bullen, welche nach einem halben Jahr Warten nun das Feuerwerk komplett übertreiben wollen.

Fazit

Drückt die Stimmung in der kommenden Woche die Kurse weiter hoch? Oder wird am Anfang der Woche erst Mal eine Leitzinsanhebung durch die FED eingepreist werden? Sinken wir nochmals auf 11.000 oder knapp drunter und steigen dann wieder oder geht die Rallye nahtlos weiter?

Wir haben drei Short-Signale vorliegen. Noch wurde nicht untersucht wann das Barometer am häufigsten zutrifft. Das möchte ich noch machen. Grund ist, dass ich irgendwie die Vermutung habe, dass die Analysen nie die ganze kommende Woche „vorhersagen“, sondern meist die ersten zwei oder drei Tage. Es könnte sein, dass das Barometer lediglich die auf der letzten Woche fortgeführte Stimmung der kommenden Woche definiert.

Sollte dem so sein, dann könnte ich mir vorstellen, dass die Bullen kurz verschnaufen, die FED-Erwartung einpreisen, aber der Druck dann wieder aufgenommen wird wenn wieder mehr Leute in die Kurse kommen. Ich werde das Short im Wikifolio wagen 🙂

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